Tines Schreibstube
03.07.2020

Beispielgedichte:

Erinnerungsgedicht für die Patienten einer Psychotherapiestation

Erfahrungen
Im "Waldhaus" lernt man dann und wann,
was man im Leben alles kann.
Manch' Dinge, teils schon längst vergessen,
sind eben doch noch nicht gegessen.
Mühsam tastet man sich ran,
verzweifelt häufig fast daran.
Und in der Nacht, wenn alles still,
kommt der Alp, den man nicht will.
Benommen man nach vorne taumelt,
wo seelenruhig der Sandsack baumelt.
Dann wankt man weiter voller Qual,
zum meist (!) präsenten Personal.
Berichtet dann in kurzen Sätzen,
manchmal kann man sich auch setzen,
was einen um den Schlaf gebracht,
fragt, was man am besten macht.
Nach lieben Worten, ruhig und nett,
trabt man erleichtert in sein Bett.
Mit Kraft und neuer Energie,
geht man tags drauf zur Therapie.
Mit viel Geduld und Emphatie,
lernt man sich kennen, aber wie.
Manch' Hürden muss man noch bezwingen,
doch eines Tages wird's gelingen.
Man sagt, das wäre doch gelacht,
die "7" hat mir was gebracht!

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© Thiele - Tine 2005